Mikaelas Welt

ALPINE SEP 01, 2016

Mikaelas Welt

ALPINE SEP 01, 2016

Alpine

SEP 01, 2016

Diese junge Frau muss man eigentlich nicht mehr vorstellen, sie hat bereits unzählige internationale Siege, Medaillen und Titel eingefahren; Mikaela Shiffrin ist mittlerweile eine Legende im Skisport. Ihre Power und ihr Selbstbewusstsein sind Inspiration für viele, ihre Bescheidenheit und ihr Anmut einzigartig. Hier spricht Mikaela über ihre Mentoren, darüber, wie ihr Leben in den Bergen ihr ganzes Ich geprägt hat. Und darüber, wie es ist, andere Skifahrerinnen zu inspirieren und motivieren.

Bei #sheskis geht es um eine Community und darum, Mentorin zu sein. Kannst du uns etwas über die Mentorinnen und Lehrerinnen erzählen, die dich unterstützt und deinen Weg mit beeinflusst haben?

Ganz oben auf der Liste meiner Mentorinnen und Lehrerinnen steht meine Mum. Sie war von Anfang an immer für mich da und hat mir geholfen, mich zu motivieren. Sie hat mich gelehrt und mit mir gelernt. Ich finde es extrem wichtig, dass Mentoren einem das beibringen, was sie selbst gut können. Aber auch, dass sie sich zurücknehmen können und bereit sind, selbst Neues zu lernen. Meine Mum war die erste Person, die zugegeben hat, dass sie nicht alles weiß. Und sie ist jederzeit bereit, ihren Einsatz zu bringen, selbst zu lernen und besser zu werden. Sie war mir immer ein großes Vorbild und hat mich immer sehr unterstützt.

Bringst du dein Selbstvertrauen mit deinem Weg und deinen Erfahrungen im Skisport in Verbindung?

Fast alles, was mir im Leben begegnet, hat auf die eine oder andere Weise etwas mit dem Skifahren zu tun. Es bietet sich mir hier ein weites Feld, in dem ich alles, was ich lerne, sofort anwenden kann. Zum Beispiel habe ich schon oft von einem Trainer oder Lehrer gesagt bekommen, wie wichtig Disziplin und eine gute Arbeitseinstellung sind. Aber es ist ein großer Unterschied, ob man das nur theoretisch weiß oder ob man es auch wirklich umsetzt. Beim Skifahren konnte ich eine Arbeitseinstellung, Motivation und Selbstvertrauen entwickeln. Und je mehr ich Ski gefahren bin, desto mehr haben sich diese Fähigkeiten in meinen Alltag übertragen. Das Selbstvertrauen, das ich durch das Skifahren erlangt habe, spürte ich dann konstant tief in mir drin. Das betrifft meinen Körper, meinen Geist und meinen Umgang mit allen und allem um mich herum.

Im Skifahren ist alles sehr echt: Die Menschen, die Orte, das ganze Umfeld stehen in direkter Verbindung zur Natur und Liebe zu den Bergen. Inwieweit hat das Skifahren dich authentischer gemacht?

Das Leben in den Bergen hat für mich automatisch zu einem aktiven, gesunden Lebensstil geführt. Ich gehe einfach aus dem Haus heraus und kann direkt biken, hiken, Ski fahren oder schwimmen oder Fußball, Tennis oder Volleyball spielen gehen. Alles ist nur fünf Minuten entfernt. Wahrscheinlich kann man das an vielen anderen Orten auch, aber vielleicht nicht so schnell und einfach. Es scheint, als wären die Menschen in Bergregionen allgemein aktiver als, sagen wir, Großstädter. Letzten Endes wohne ich dort, wo ich mich wohlfühle und nicht das Gefühl habe, ich müsste etwas darstellen, was ich nicht bin. Die meisten Leute hier haben ähnliche Interessen, also kann ich einfach ich selbst sein und muss nicht Angst haben, dass man mich beurteilt oder auslacht.

Du hast viele Talente, du spielst Klavier, fährst Ski und so weiter. Wie kam es, dass du dich fürs Skifahren entschieden hast, und wie schaffst du den Ausgleich zwischen all den Dingen, die dir Spaß machen?

Ehrlich gesagt, habe ich mir die Frage der Entscheidung nie gestellt. Ich wollte schon immer einfach nur Ski fahren, das lag auf der Hand. Ich habe auch ziemlich gut Fußball und Tennis gespielt, das aber nie als Profikarriere in Betracht gezogen. Ich weiß auch nicht, warum, aber so war es viel leichter für mich, die anderen Dinge, die mir Spaß machen, zu genießen, ohne mich deshalb gegen das Skifahren entscheiden zu müssen. Wenn ich zurückschaue, hätte ich vielleicht auch Fußball- oder Tennisspielerin werden können, aber mir haben diese Sportarten einfach immer nur Spaß gemacht und sie waren ein gutes Cross-Training. Es ist immer wichtig, im Leben einen Ausgleich zu haben, und für mich sind das andere Sportarten. Oder die Musik. Einfach Dinge, die mich auf andere Art und Weise fordern und inspirieren als das Skifahren.

Inwiefern siehst du dich als Vorbild, das andere Frauen dazu motiviert, das Skifahren auszuprobieren oder noch tiefer einzutauchen? Inwiefern kann dein Erfolg Inspiration für andere Skifahrerinnen sein?

Jeder hat irgendein Vorbild, egal ob eine Sportlerin, Schauspielerin, Musikerin oder eine wichtige Person des Weltgeschehens. Und wir alle eifern unseren Idolen nach. Meine waren Anja Pärson, Janica Kostelic, Lindsey Vonn, Marlies Schild und viele andere tolle Skifahrerinnen. Ich wollte so gut oder sogar besser sein als sie. Ich kann mir vorstellen, dass ich junge Frauen auf ähnliche Art und Weise inspiriere. Es sind schon viele Mädchen zu mir gekommen und haben gesagt, dass ich sie dazu motiviert habe, Skirennen zu fahren oder noch fleißiger zu trainieren. Es ist unglaublich, dass ich so einen Einfluss auf das Leben einer Person haben kann. Aber wenn ich daran denke, wie viele Idole ich hatte und habe und wie sie mich geprägt haben, weiß ich, dass ich nicht das erste und auch nicht das letzte Vorbild dieser Mädchen sein werde. Ich kann nur hoffen, dass mein Einfluss in der Zeit, in der sie mich gut finden, einer guter ist! Mein Rat für alle Mädchen da draußen wäre, dass sie versuchen, etwas zu finden, was sie leidenschaftlich gerne tun. Und das sollen sie dann auch mit ganz viel Disziplin und Engagement machen. Und immer daran denken, zu lächeln, selbst wenn es mal schwierig, schmerzhaft oder frustrierend sein sollte. Alles andere kommt dann von selbst.

#sheskis ist eine Bewegung, die Skifahrerinnen auf der ganzen Welt vernetzt. #sheskis, das sind wir. Wir sind selbstbewusst und mutig, wir fallen hin und stehen wieder auf. Wir sind eine starke Gemeinschaft, vereint durch die Leidenschaft fürs Skifahren.

#weareskiing #sheskis