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GETREADYFORTOURING – Wie bereite ich mich auf die Skitourensaison vor?

Wie jedes Jahr wird die Grundlage für Wintersportarten im Sommer gelegt. Nicht nur für Spitzensportathleten, sondern auch für Hobbysportler/innen ist ein Training im Sommer sinnvoll, um maximale Freude am Skitourengehen zu haben.

Nachdem es im letzten Jahr Trainingstipps für alpine Skisportler gab, stehen in diesem Jahr die Tourengeher und Tourengeherinnen im Fokus stehen. Auch beim Skitourengehen ist ein Vorbereitungstraining wichtig, um verletzungsfrei durch den Winter zu kommen. Dass Komponenten wie die Ausdauer bereits im Sommer trainiert werden sollten, versteht sich von selbst. Doch wie bereite ich mich gezielt auf den Skitourenwinter vor?

Die Antworten darauf gibt Sportwissenschafter Roland Luchner:

 

Wieso ist eine Vorbereitung für die Skitourensaison im Sommer sinnvoll?

 

Wir hatten letztes Jahr schon einmal darüber gesprochen, warum sich alpine Skifahrer während der Sommermonate auf die Wintersaison vorbereiten sollten. Ich denke grundsätzlich ändert sich hier an den Gründen für Skitourengeherinnen und Skitourengeher nichts:

  1. Das vorbereitende Training im Sommer soll dabei helfen, möglichst verletzungsfrei durch den Winter zu kommen.
  2. Das Training im Sommer soll mich konditionell besser machen und dabei helfen, die Schneetage im Winter noch mehr genießen zu können.

Verletzungen und Unfälle beim Skitourengehen passieren sehr häufig aufgrund von Unachtsamkeiten, die auf Ermüdung zurückzuführen sind. Wenn man konditionell gut vorbereitet in den Winter startet, fällt es leichter, den Belastungen einer Skitour standzuhalten und auch mit zunehmender Dauer noch konzentriert zu bleiben. So gelingt es, das Verletzungsrisiko drastisch zu reduzieren.

Auf der anderen Seite macht es natürlich wesentlich mehr Spaß, wenn man sich nicht jeden einzelnen Höhenmeter nach oben quälen muss, sondern wenn man in der Lage ist, die schöne Aussicht, die das Skitourenerlebnis in der Regel mit sich bringt, entsprechend genießen zu können. 

Welches Training hilft mir für das Skitourengehen? Welche Sportarten machen hier im Sommer Sinn?

Für das Skitourengehen sind sicherlich drei sportmotorische Fähigkeiten von besonderer Bedeutung:

  1. AUSDAUER: Nur wer ein entsprechendes Maß an Ausdauerleistungsfähigkeit mitbringt, kann sich sicher in den Bergen bewegen. Ist dieses Mindestmaß an Ausdauer nicht vorhanden, kann es schnell zu Erschöpfungszuständen kommen, die ein sicheres Bewegen am Berg kaum möglich machen. Zudem steigt der Genussfaktor exponentiell mit der Ausdauerleistungsfähigkeit. Je weniger erschöpft man während des Aufstiegs ist, umso mehr kann man die Landschaft und den Ausblick genießen.
  2. KRAFT: Die Kraft und ganz speziell die Kraftausdauer spielen beim Skitouren gehen eine ganz wichtige Rolle. Auch wenn das Material immer leichter wird und die benötigte Kraft für den Aufstieg vermeidlich geringer wird, darf man nicht vergessen, dass man sein eigenes Körpergewicht oft weit über 1000 Höhenmeter nach oben bewegen muss. Je steiler der Aufstieg wird, umso mehr steigt die Bedeutung der Kraft.
  3. KOORDINATION: Ein Grundmaß an koordinativer Leistungsfähigkeit ist für jede Skitourengeherin und jeden Skitourengeher wichtig. Vor allem während des Aufstieges gilt es, Bewegungen der Arme und der Beine gut zusammenspielen zulassen. Häufig kommt noch ein unwegsames Gelände hinzu, die ein entsprechendes Gleichgewichtsvermögen erfordern. Auch die in steilen Passagen notwendige Spitzkehren-Technik erfordert vom Bergsportler gute koordinative Fähigkeiten.

Zudem entscheidet auch die Art und Weise wie der Sport ausgeübt wird, welches Training intensiviert werden sollte. Der hauptsächlich aufstiegsorientierte Skitourengeher wird sein Training tendenziell mehr im Ausdauerbereich ansiedeln, während der abfahrtsorientierte Sportler auch großen Wert auf eine gutes Kraftniveau legen sollte.

Interessante Sommersportarten mit einem großen Transfer zum Skitourengehen sind sicherlich das klassische Wandern, Berggehen, Bergsteigen oder Berglaufen. Aber auch Sportarten wie Skirollern, Laufen oder Radfahren eignen sich hervorragend, um sich auf den Winter vorzubereiten.

 

Gibt es ein spezielles Krafttraining für das Skitourengehen?

Das Krafttraining von Skitourengeherinnen und Skitourengehern ist durch zwei charakteristische Merkmale gekennzeichnet. Ein Großteil des Trainings sollte einbeinig stattfinden, da vor allem während des Aufstiegs die Kraftproduktion in großem Ausmaß einbeinig erfolgt. Von der Steuerung der Intensität wird das Training häufig im Kraftausdauerbereich angesiedelt sein, da es entscheidend ist, die Kraft auch nach einem Aufstieg von 1.000 Höhenmetern noch produzieren zu können. Dennoch ist auch hier ein gutes Maximalkraft-Niveau erforderlich. Je höher dieses liegt, umso einfach wird es sein das eigene Körpergewicht nach oben zu tragen.

Im Abfahrtsbereich kommt der Kraft eine noch entscheidendere Rolle zu. Vor allem in steilem und verspurtem Gelände ist ein gutes Kraftniveau erforderlich, um abfahren zu können.

Brauche ich auch ein intensives Training damit mir die Höhenmeter bergauf einfacher fallen?

Das Ausdauertraining im Skitourenbereich besteht in der Regel aus zwei wichtigen Komponenten. Ein Teil wird im lockeren Grundlagenausdauerbereich absolviert. Dieses Training stellt zum einen sicher, dass lange Tagestouren gut weggesteckt werden können und dass man sich zwischen intensiven Belastungen gut erholen kann. Das gilt auch für die Fähigkeit, sich nach einer langen und intensiven Skitour gut zu erholen und ausgeruht in die nächste Tour zu starten. 

Der zweite Teil des Trainings soll im hochintensiven Bereich absolviert werden. Das stellt sicher, dass man den Energiestoffwechsel darauf vorbereitet, die benötigte Energie während einer intensiven Tour bereitstellen zu können.

Neben dem richtigen Training spielt auch das Material eine entscheidende Rolle. Auch hier ist es wichtig, das Material adäquat vorzubereiten. Idealerweise wird das Material am Ende der Saison gut gepflegt oder zum Service gebracht. Genauso kann es sinnvoll sein, das Skimaterial vor der Saison zu einem Händler des Vertrauens zu geben. Mit griffigen Kanten, einem gut haftenden Fell sowie einem gut gleitenden Belag, erspart man sich viele mühsame Probleme am Berg.

Hier findest du die Atomic Touring Experience Center.

ROLAND LUCHNER - ATOMIC AMBASSADOR

  • Trainer und Sportwissenschafter im Campus Sport Tirol Innsbruck – Olympiazentrum
  • Trainingsplanung, Trainingssteuerung und Trainingsbetreuung alpine Skifahrer (Nachwuchs, Europacup und Weltcup)
  • Medizinische Trainingstherapie im Anschluss an Verletzungen (speziell ACL)
  • Leistungsdiagnostik
  • Master of Science (Sport- und Bewegungswissenschaften)