Find Your Horizon | Craig Murray
Craig Murray ist einer der besten Freerider der Welt – und mit seinen erst 26 Jahren stehen ihm noch alle Türen offen.
Craig Murray ist einer der besten Freerider der Welt – und mit seinen erst 26 Jahren stehen ihm noch alle Türen offen.
Der Neuseeländer stand auf dem Podium der Freeride World Tour, ist Mountainbike-Weltcuprennen gefahren und hat einige der besten Skifilme produziert (sowohl als Skifahrer als auch als Regisseur), die der Sport hervorgebracht hat. Außerdem gibt er durch Jugendskicamps, die er zusammen mit anderen Weltklasse-Athleten veranstaltet, etwas an die Community der Südinsel zurück, in der er groß geworden ist. Wir haben uns mit Craig Murray getroffen, um mehr über seine Vision als Skifahrer zu erfahren – von seiner persönlichen Wettkampfreise bis hin zu seinem Engagement für die lokale Gemeinschaft und darüber hinaus.
Wir sind in einer naturverbundenen Familie aufgewachsen, die eine kleine Hütte in den Bergen hatte, in die uns unsere Eltern ständig mitnahmen. Wir hatten keinen Fernseher. Wir hatten keine Videospiele. Wir hatten keine Handys. Wir waren immer draußen in der Natur, waren oft auf uns alleine gestellt und haben aufeinander aufgepasst. Das war eine interessante und sehr besondere Art, aufzuwachsen, und erst vor Kurzem ist mir klar geworden, dass wir eigentlich diejenigen waren, die anders sind.
Das Überwinden vieler kleiner Herausforderungen und Widrigkeiten in der Natur hat uns darauf vorbereitet, in allem, worauf wir uns heute konzentrieren, unser Bestes zu geben und erfolgreich sein zu wollen. Für mich ist das Skifahren. Ich hatte auch das Glück, Eltern zu haben, die mich jedes Wochenende mit auf den Berg genommen und mich ermutigt haben, meinen Träumen zu folgen. So bin ich irgendwie auf ganz natürliche Weise in die Wettbewerbswelt hineingerutscht, wo ich mich Jahr für Jahr verbessert habe. Das war für mich das Sprungbrett in die Skiindustrie und letztendlich in eine Laufbahn als professioneller Athlet, von der ich heute leben kann.
Ich glaube, auf meiner ersten Reise nach Alaska für einen Filmdreh gab es einen Moment, in dem mir klar wurde, dass ich eigentlich auf meiner ganz persönlichen Reise bin – und ich die Fähigkeit habe, meinen eigenen Weg zu gestalten.
Diese Reise war besonders, weil es auch das erste Mal war, dass ich wirklich unbegrenztes Gelände mit gutem Schnee gesehen habe. Ich glaube, ab da fing mein Kopf an, freier zu werden. Ich war mir meiner körperlichen Fähigkeiten bewusst, und endlich hat auch mein Kopf dazu gepasst. Von da an konnte ich die Art des Skifahrens verfolgen, die ich zeigen wollte.
Für mich sind meine Freunde und meine Familie das Wichtigste, um im Gleichgewicht zu sein und auf dem Boden zu bleiben. Sie bedeuten mir alles. Ich denke, ohne sie wäre mein Horizont ein ganz anderer. Sie ermutigen mich immer wieder, und ich bin so dankbar und glücklich, sie an meiner Seite zu haben.
Im Laufe der Jahre gab es definitiv einige Herausforderungen – sei es in meinem Privatleben, durch Verletzungen oder die Zeit, die ich fern von Freunden und Familie verbracht habe, was immer eine Belastung für die Beziehungen darstellt. Es fällt mir definitiv schwer, ständig unterwegs zu sein. Was mir hilft, all diese Herausforderungen zu überwinden, ist, mich mit der Natur zu verbinden und Zeit in den Bergen zu verbringen.
Ich denke, meine kreative Seite hat meinen Blickwinkel verändert, denn jetzt sehe ich die Dinge und weiß, dass alles möglich ist. Es geht nur darum, seinen Verstand auf etwas zu konzentrieren oder intensiv genug von etwas zu träumen und offen zu sein, um Menschen zu treffen, die eine ähnliche Vision teilen. Es gibt so viele Möglichkeiten da draußen. Ich genieße es, Raum für die künstlerischen und kreativen Elemente zu lassen und dann zu sehen, wohin mich die Reise führt.
Es ist zugegebenermaßen schwierig, wenn die Ziele immer größer werden. Man vergisst oft, anzuerkennen, wie weit man schon gekommen ist. Aber wenn ich mir die Zeit für Reflexion nehme und in mich hineinspüre, fühle ich mich nach einem guten Tag draußen immer stärker mit mir verbunden. Wenn ich mich hinsetze und meditiere, kann ich mich in diese Momente zurückversetzen und an diesen Erinnerungen festhalten. Um ein Ziel zu erreichen, muss ich mich stark fokussieren: Sagen wir, es ist ein Tag in den Bergen, und ich arbeite hart an meiner Leistung oder versuche, diese eine Line zu meistern oder diesen einen Track aufzusteigen. Nach einem solchen Tag bin ich erschöpft, aber wenn ich in den folgenden Wochen und Monaten ruhig darüber nachdenke, ist es eine wunderbare Möglichkeit für mich, alles miteinander zu verbinden und das Erlebnis zu reflektieren.
Die Perspektiven der Kinder sind so besonders, weil sie mir helfen, zu schätzen, wo wir mit unserer lokalen Skiszene stehen und woher ich komme. Es gibt so viele Menschen, denen ich dankbar bin, aber unterm Strich hat für mich alles genau hier begonnen – genau wie bei diesen Kindern. Das ist ein ziemlich verrücktes Gefühl, und ich bin unglaublich dankbar für das, was ich erreicht habe und wo ich herkomme.
Ich glaube nicht, dass ich das, was ich tue und das Leben, das ich lebe, rechtfertigen könnte, ohne zu versuchen, etwas zurückzugeben. Ich bin so dankbar, diese Community zu haben – sie erfüllt mich einfach. Ich hätte keinen so großen Horizont, wenn ich sie nicht hätte. Und ohne etwas zurückzugeben, glaube ich nicht, dass ich mich auf mein persönliches Wachstum konzentrieren und mich motivieren könnte, mich weiterzuentwickeln.
Es ist mir wichtig, der nächsten Generation zu helfen, ihren Weg zu finden; sonst sehe ich mein Wissen und meine Erfahrungen als vergeudet an. Ich hoffe einfach, dass sie einen klareren und einfacheren Weg haben können. Gut, wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass sie es um soviel leichter haben werden. Aber zumindest möchte ich da sein, um zu helfen und ein Ansprechpartner für alles Mögliche sein. Wenn ich das tun kann, bin ich schon glücklich.
Ich freue mich einfach darauf mich selbst als Person und als Skifahrer weiterzuentwickeln. Es ist wirklich cool, ein ganzes Jahr außerhalb der Wettkampfszene verbracht zu haben, um genau das zu tun, und ich freue mich auf alles, was jetzt kommt. Ich möchte einfach weitermachen und sehen, wie weit ich gehen kann.
Mit einem großen Filmprojekt in Zusammenarbeit mit Arc'teryx und seinem Blick fest auf größere Backcountry-Missionen gerichtet, ist Craigs Werdegang ebenso inspirierend wie beeindruckend. Von seiner persönlichen Reise als Wettkampfathlet über seine Entwicklung als Regisseur bis hin zu seinem Engagement für die lokale Community – Craigs Karriere bewegt und entwickelt sich ständig weiter, genau wie seine Horizonte.
Wenn ihr auf weitere Einblicke in das Leben von Atomic-Athleten wie Jossi Wells und Chris Rubens gespannt seid, bleibt dran! Wir werden auch mit ihnen darüber sprechen, was es bedeutet, seinen eigenen Horizont zu finden.