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Saalbach 2025: Geschichten in Gold, Silber, Bronze

Die Weltmeisterschaften in Saalbach haben uns einmal mehr gezeigt, dass die berührenden Geschichten von heute oft in kleinen Begebenheiten der Vergangenheit wurzeln.

„Als ich 12 war und ich glaube, Mikaela war 13, wurden Zimmerlisten erstellt, und ich wurde mit diesem introvertierten, blonden Mädchen zusammengelegt. Wir haben uns angefreudet, weil wir beide Atomic-Ski fuhren. Wer hätte damals gedacht, dass wir all die Jahre später hier stehen würden. Immer noch auf Atomic.“

Die Weltmeisterschaften in Saalbach haben uns einmal mehr gezeigt, dass die berührenden Geschichten von heute oft in kleinen Begebenheiten der Vergangenheit wurzeln. Die beiden Mädchen in dieser Geschichte sind keine Geringeren als Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson – frisch gekrönte Weltmeisterinnen in der erstmals ausgetragenen Teamkombination, einem neuen Rennformat, bei dem ein Abfahrts- und ein Slalomläufer gemeinsam antreten und deren kombinierte Zeiten den Sieger bestimmen. Die Teamkombination unterstreicht diese einzigartige Zweiseitigkeit, die es so wohl nur im Skisport gibt: Im Rennen ist man Konkurrent, trainiert und reist aber als Team. Der Gewinn des Weltmeistertitels bot eine Bühne für Reflexion. 

„Ich denke, uns hat verbunden, dass wir uns ein bisschen verloren fühlten in einer Welt, in der junge Mädchen eigentlich nicht so ehrgeizig sein sollten wie wir. Wenn man von dort aus so viele Jahre nach vorne blickt und sieht, wohin uns unsere Wege geführt haben, war es unglaublich, unsere Entwicklungen von weitem zu beobachten und jetzt aus nächster Nähe mitzuerleben.“ 

Während Mikaelas rekordverdächtige Karriere bekannt ist – sie hat mit ihrer Goldmedaille in Saalbach den Rekord für die meisten Medaillen bei Weltmeisterschaften eingestellt – verdient Breezys Weg zu Abfahrts-Gold besondere Anerkennung. Bis Dezember 2024 war Breezy, inzwischen 29 Jahre alt, aufgrund verpasster Dopingtests gesperrt. Ihre Saisonvorbereitung musste sie sich selbst organisieren, mit einem privaten Trainer und eigenem Team. Obwohl sie sieben Podestplätze im Weltcup errungen hatte, war ihr ein Sieg noch nie gelungen. Doch vom ersten Tag in Saalbach an deutete vieles darauf hin, dass ihre Zeit nun gekommen sein könnte.

Der Gewinn des Abfahrtstitels machte sie zur Nummer eins im US-Abfahrtsteam, wodurch sie in der Teamkombination mit der Nummer eins im Slalom starten konnte, mit Mikaela Shiffrin. Ursprünglich hatte Mikaela geplant, die Team-Kombination auszulassen, um sich auf den Riesenslalom und den Slalom zu konzentrieren. Doch als Breezy, die Weltmeisterin, sie fragte, ob sie gemeinsam mit ihr im Team antreten würde, änderte sich alles. Der Rest ist Geschichte – eine Geschichte, die in einem Hotelzimmer in den USA begann und ihr neuestes Kapitel in Saalbach hinzugefügt hat.

Die Geschichte in Silber wurde von einer echten Lokalmatadorin geschrieben. Nur eine Autostunde von ihrem Zuhause entfernt fuhr Mirjam Puchner zur Silbermedaille in der Abfahrt. Für Mirjam war es eine Erleichterung nach einer bislang zähen Saison. Sogar ihr Platz im österreichischen WM-Team war nicht garantiert. Doch sie verdiente sich ihre Chance während der Trainingsläufe und nutzte sie, getragen von der Energie einer Heim-WM. Druck, vor Freunden, Familie und Sponsoren zu performen? Keine Spur. Mirjam verwandelte es in Vorfreude, krönte sich dank einer mentalen Meisterleistung zur Vizeweltmeisterin und fügte ein weiteres Erfolgskapitel zu ihrer Geschichte auf den roten Ski hinzu. 

Bronze – die unerwartetste, aber keineswegs weniger glänzende Medaille. Wer Adrian Smiseth Sejersteds Geschichte kennt, weiß, dass seine Karriere nach schweren Stürzen schon mehrmals an der Kippe stand. Auf dem dritten Platz bei einer WM zu sein, bedeutet warten und zittern, bis der allerletzte Läufer die Ziellinie überquert hat. Am Ende hat sich das Warten gelohnt – auch langfristig betrachtet. Der Norweger ist seit elf Jahren im Weltcup dabei und hat bislang zwei Podestplätze erreicht. Seit dem letzten sind vier Jahre vergangen – „und zwei oder drei Operationen“, erinnert sich Adrian zurück an die harten Zeiten in der Stunde seines bisher größten Triumphes: Bronze im Super-G von Saalbach 2025.