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Alpines Athletiktraining - wie trainieren Weltcupathleten im Sommer?
Alpines Athletiktraining - wie trainieren Weltcupathleten im Sommer?
Ein Skifahrer trainiert natürlich viel auf Schnee, um ein perfektes Gefühl auf dem Ski zu bekommen. Im Profirennlauf wirken jedoch enorme Kräfte auf die Körper der Athleten und Athletinnen. Hierfür ist ein adäquates Athletiktraining unverzichtbar. Wie das Training eines Athleten im Sommer aussieht, erfährst du in diesem Artikel.
ABLAUF SOMMERTRAINING DER ALPINEN ATHLETEN
In der Vorbereitung unterscheiden wir zwischen zwei Phasen: die allgemeine Vorbereitungsphase, in der die Entwicklung der körperlichen Voraussetzungen im Vordergrund steht und die spezielle Vorbereitungsphase, in der die Entwicklung der skifahrerischen Aspekte im Vordergrund steht. In der allgemeinen Vorbereitungsphase, die sich in der Regel von Anfang Mai bis Anfang August zieht, geht ein Skifahrer 3-4-mal in den Kraftraum. Die Inhalte sind von Athlet zu Athlet sehr unterschiedlich, da sie teilweise völlig unterschiedliche körperliche Voraussetzungen mitbringen und in unterschiedlichen Disziplinen an den Start gehen. Aber ganz allgemein kann man sagen, dass im ersten Monat der Vorbereitung (Mai) sehr häufig der Muskelaufbau im Vordergrund steht. Viele Athletinnen und Athleten verlieren über die lange Wintersaison häufig etwas an Körpergewicht, dieses gilt es in dieser Phase wieder zuzunehmen. Im zweiten Teil der allgemeinen Vorbereitungsphase (Juni) wird häufig an der Maximalkraft und Schnellkraft gearbeitet. Im letzten Teil (Juli), je näher es zum ersten Schneekurs geht, wird auf Kraftausdauertraining umgestellt, um sich stoffwechselmäßig auf die Anforderungen auf Schnee vorzubereiten.
Mit dem ersten Schneekurs beginnt die spezielle Vorbereitungsphase, in der das Krafttraining zunehmend in den Hintergrund rückt. Während der Schneekurse wird versucht, durch einzelne kurze Einheiten das Kraftlevel zu erhalten. In den Pausen werden immer wieder Maximalkraftreize gesetzt, da sich diese sehr gut mit den sehr intensiven Belastungen auf Schnee kombinieren lassen.
SKITRAINING IM SOMMER
Hier gibt es momentan zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. Eine sieht so aus, dass in den Monaten Mai, Juni und Juli kein Schneetraining gemacht wird. In dieser Zeit wird versucht, die körperlichen Voraussetzungen für einen langen und intensiven Winter zu schaffen. Eine ebenfalls gängige Praxis ist, im Mai Athletik zu trainieren und dann im Juni einen Schneeblock einzulegen, da hier sehr häufig noch gute Schneebedingungen herrschen. In den Monaten Juli und August wird dann wieder im Bereich der Athletik gearbeitet, bevor es dann im September wieder auf Schnee geht. Als Faustregel kann man sagen, dass es das Ziel sein sollte, mindestens 12 Wochen im Sommer für sein Athletiktraining einzuplanen.
Für mich ist eine gut geplante Vorbereitung im Sommer das Um und Auf. Dazu gehört eine detaillierte Analyse am Ende der Skisaison, in der genaue Ziele definiert werden. Diese Ziele versuche ich über den Sommer zu erreichen.“
Stephi Brunner
AUSDAUERTRAINING DER SKIFAHRER
Das Ausdauertraining sieht wie auch das Krafttraining sehr unterschiedlich aus. Sportler und Sportlerinnen, die bereits sehr gute Ausdauerwerte mitbringen, verwenden verhältnismäßig wenig Zeit mit Ausdauertraining im Vergleich zu Athletinnen und Athleten, die in diesem Bereich noch großes Potential haben. Bei Skirennläufern und Skirennläuferinnen, die im Bereich der Ausdauer viel arbeiten müssen, wird sehr häufig direkt im ersten Monat der allgemeinen Vorbereitungsphase (Mai) ein umfangreicher Ausdauerblock eingelegt. Dieser setzt sich meist aus zwei Komponenten zusammen: sehr umfangreiche, extensive Einheiten und sehr kurze, intensive Einheiten.
Um für den Winter gut vorbereitet zu sein, ist eine entsprechende Vorbereitung im Sommer unverzichtbar. Gerade hinsichtlich Verletzungsprophylaxe ist ein gut geplantes und zielgerichtetes Training notwendig.
Fabio Gstrein
ALTERNATIVE SPORTARTEN
Hier betreiben die Athletinnen und Athleten ganz unterschiedliche Sportarten. Die einen mögen es, Beachvolleyball zu spielen, die anderen fahren Motocross und wieder andere verbringen ihre Zeit im Downhillpark. Es ist wichtig, dass sie sich neben den ganzen detailliert geplanten Inhalten immer wieder Zeit für Dinge nehmen, die ihnen wirklich Spaß machen. In dem Fall ist es völlig egal, ob es irgendeinen kausalen, positiven Zusammenhang mit Skifahren hat oder nicht.
UNTERSCHIEDE DES ATHLETIKTRAININGS ZWISCHEN DEN DISZIPLINEN SLALOM UND ABFAHRT
Grundsätzlich ist es so, dass das Anforderungsprofil eines Abfahrers und eines Riesentorlauf- bzw. Slalomfahrers sehr ähnlich ist. Die beanspruchte Muskulatur ist in allen Disziplinen die gleiche. Neben einer gut ausgebildeten Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur ist eine gute Rumpfmuskulatur entscheidend. Unterschiede gibt es nur darin, wie die Muskulatur beansprucht wird. Der Abfahrer hat eine Belastungszeit von ca. 2 Minuten und muss in dieser Zeit ca. 30-40 Richtungsänderungen absolvieren. Der Slalomläufer hat eine Belastungszeit von ca. 50 Sekunden bis 1 Minute und muss in dieser Zeit ca. 55-75 Richtungsänderungen vornehmen. Das bedeutet heruntergebrochen, dass ein Abfahrer in etwa alle 3-4 Sekunden und ein Slalomfahrer ca. jede Sekunde eine Richtungsänderung machen muss. Daraus kann man ableiten, dass ein Skifahrer der hauptsächlich in den technischen Disziplinen am Start ist, sein Training eher im Bereich der Schnellkraft anlegen sollte. Ein Skifahrer der vorwiegend in den Speed-Disziplinen startet, sollte viel Wert auf den Bereich der Kraftausdauer legen. Die Basis für alle Skifahrer gemeinsam, ist eine gut ausgebildete Maximalkraft.
Um auf der Piste so fahren zu können, wie ich das möchte, muss ich zuerst dafür sorgen, dass ich den Belastungen in den gewünschten Positionen überhaupt standhalte. Diese Grundvoraussetzung für eine skitechnische Weiterentwicklung wird im Sommer in der Kraftkammer geschaffen.