SO FINDET MAN DIE RICHTIGE SKISCHUHGRÖSSE

ALPINE OCT 08, 2019

SO FINDET MAN DIE RICHTIGE SKISCHUHGRÖSSE

ALPINE OCT 08, 2019

Alpine

OCT 08, 2019

Beim Kaufen von Skischuhen legt man den Grundstein für ein großartiges Skierlebnis. Der richtige Skischuh sitzt bequem, bietet satten Halt und überträgt Kraft und Steuerimpulse perfekt vom Fahrer auf den Ski. Ein ungeeigneter Schuh vermiest den Spaß am Skifahren: Er erlaubt dem Ski ein „Eigenleben“, verursacht Druckstellen und sorgt oft genug auch für kalte Füße. Das gilt für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene und Experten. Sich mit dem richtigen Skischuh zu beschäftigen, lohnt sich extrem!

Als Bindeglied zum Ski ist der Skischuh ein elementar wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Je besser der Halt und die Kraftübertragung, desto präziser und einfacher lässt sich der Ski steuern und desto mehr Spaß macht schlussendlich das Skifahren.
Aber kaum ein Skifahrer ist auf seine Skischuhe so stolz wie auf seine neuen „Bretter“. Die steifen und schwereren Schuhe gelten eher als Problemkind. Denn schon das Anziehen bzw. „Einsteigen“ macht klar: So bequem wie ein Turnschuh trägt sich die Kunststoffschale nicht! Noch mehr als bei normalen Schuhen gilt also: Beraten lassen, anprobieren und testen! Ein Fachgeschäft mit einer großen Auswahl an Modellen und geschultem Personal bietet die besten Voraussetzungen, den Traumschuh zu finden.

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DIE RICHTIGE GRÖSSE FINDEN
Egal ob Herren-, Damen- oder Kinderschuh, das wichtigste Kriterium ist die Passform – und das fängt mit der richtigen Größe an. Wie finde ich also meine Größe heraus? Im Fachgeschäft wird der Fuß mit einer Lehre in Länge und Breite vermessen (das sollte man übrigens jedes Mal tun, wenn man sich neue Skischuh zulegt, denn Größe und Form der Füße können sich mit der Zeit verändern). ATOMIC.

Länge: Die Größen von Skischuhen sind in Mondo Point (MP) angegeben – gleichbedeutend mit der Fußlänge in Zentimetern. Sie sind in 5 mm Schritte unterteilt, also 25; 25,5; 26; 26,5 etc. In der Regel teilen sich die Schalen der Skischuhe zwei Mondo-Point-Größen. Also haben beispielsweise die MP Größen 27 und 27,5 ein und dieselbe Schale. Zur Anpassung der Zwischengrößen verwenden die Hersteller zwei verschiedene Einlegesohlen (eine dicke und eine dünnere) um das Volumen entsprechend zu verändern. Atomic liefert einen sogenannten Size-Adjuster, welcher unter die Einlegesohle und sogar unter ein personalisiertes Fußbett gelegt werden kann.

Tabelle

Die Größentabelle für Skischuhe gibt Anhaltspunkte zur vergleichbaren Schuhgröße. Dennoch müssen beide Füße vermessen werden.

BREITE IST WICHTIG!
Für die perfekte Passform ist die Breite des Skischuhs ebenso wichtig. Ein zu enger Schuh drückt, in einem zu breiten „rührt der Fuß herum“ und es besteht kein Kraftschluss. Wie eng muss ein Skischuh also sitzen? Wie bequem darf oder soll er sein? Ein gut geschulter Händler gibt auf Basis der gemessen Fußlänge- und -breite eine erste Empfehlung für möglicherweise geeignete Skischuhe ab. Hat er früher verschiedene Hersteller oder Typen für unterschiedliche Fußbreiten empfohlen, gibt es heute Modelle wie die der umfangreichen ATOMIC Hawx Reihe in drei verschiedenen Leisten-Breiten. Entsprechend wählt man nicht nur die richtige Länge der Schale bzw. des Skischuhs, sondern auch dessen Breite. Eine Vorfußbreite unter 98 mm gilt als schmal, Schalen mit um die 100 mm Breite als mittel, 102 mm und darüber als breit.

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Die Breiteneinteilung in schmal, mittelbreit, und breit hilft bei der Wahl des passenden Skischuhs bzw. der Passform.

VON SKISCHUH-TYPEN UND DEM FLEX
Ist die richtige Schuhgröße genau bestimmt, kommen Fahrstil und -können ins Spiel. Neben der Wahl zwischen geschlechtsspezifischen Damen- und Herrenmodellen muss man sich auch zwischen unterschiedlichen Skischuh-Typen entscheiden. Sie unterscheiden sich vor allem in der Konstruktion des Innenschuhs, der Funktionalität und eben der Schalenhärte. Für die Schalenhärte gibt es den so genannten Flex Index: er beschreibt die Steifigkeit der Schale bezüglich der Neigung des Schafts nach vorne. Bei der Wahl des Flex spielen der Fahrstil, Kraft des Skifahrers, und dessen Anatomie eine entscheidende Rolle. Gut zu wissen: Es gibt für den Flex Index kein genormtes Messverfahren, so dass gleiche Werte bei unterschiedlichen Herstellern nicht unbedingt identisch steif sind.

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Grundsätzlich sollte der Skischuh so bequem wie möglich und so eng wie nötig sitzen. Die Crux ist der Kraftschluss zwischen Fuß und Innenschuh sowie Innenschuh und Schale. Gibt es irgendwo Spiel, funktioniert das ganze System nicht mehr. Das heißt, dass man mit einem richtig gut sitzenden Skischuh auch besser Ski fährt.

Bei der Anprobe schließt man die Schnallen von unten herauf mit nur wenig Kraft. Damit kommt man der richtigen Passform schon ein Stück näher. Bei Gelegenheitsskifahrern lässt das Schließen der Schnallen oft ein ungewohntes Gefühl aufkommen: „Das fühlt sich aber eng an!“ Dann ist zunächst Geduld gefragt. Man schließt die Schnallen gewissenhaft von unten beginnend nach oben zum Schaft. Die Schnallen sollten zu fest zugezogen sein, aber nicht so dass sie übermäßigen Druck auf den Fuß ausüben. Oben an der Manschette dürfen sie zwar relativ fest sitzen, sollten aber nicht die Durchblutung einschränken. Dann stellt sich heraus, ob man sich an das vergleichsweise engere Gefühl des Skischuhs gewöhnt oder ob wirklich etwas drückt. Die Beugung des Sprunggelenks, wie sie beim korrekten alpinen Fahrverhalten üblich ist, schiebt die Ferse nach hinten. Es sollte in dieser Position vorne kein Zehenkontakt mehr vorhanden sein. Hat man jetzt einen sicheren Halt und bei Bewegung kein „Spiel“ sitzt der Schuh korrekt. Erst wenn jetzt noch bestimmte Bereiche, wie Knöchel oder Zehengelenk Druckstellen oder Reibung aufweisen muss eine Skischuhanpassung in Erwägung gezogen werden.

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