SAISONSTART FÜR DAS NORDIC TEAM – IM VIRUS-WINTER ZÄHLT NUR DIE WM

NORDIC NOV 30, 2020

SAISONSTART FÜR DAS NORDIC TEAM – IM VIRUS-WINTER ZÄHLT NUR DIE WM

NORDIC NOV 30, 2020

Nordic

NOV 30, 2020

Die letzte Saison hatte irgendwann im März mitten im Corona-Chaos ihren ungeplanten Fadeout. Frühjahr und Sommer hatte die gesamte Nordic-Community sozusagen nationalen Hausarrest – Materialtests, Höhentrainings und was sonst noch üblich ist in der Off-Season, wurde, so gut es ging, improvisiert oder ganz gestrichen. Der Start des Atomic Nordic Teams in die neue Saison im finnischen Ruka war erfolgreich, Athletinnen und Athleten wissen jetzt, wo sie im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Und sie wissen: Im schwierig planbaren Virus-Winter 2020/2021 zählt am Ende nur die Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf.

Peter Landl, Nordic Race Manager des Atomic-Teams erklärt eine Situation, die der Sport bislang nicht kannte. „Nie hatten Nordic-Athleten so wenige Anhaltspunkte, wo sie leistungsmäßig am Saisonbeginn im Vergleich zum Rest der Welt stehen, wie heuer. Corona-bedingt fielen internationale Wettbewerbe, viele Höhentrainings und Materialtests in der Vorbereitung flach. Teams trainierten zuhause, machten das Beste aus den Möglichkeiten, die sich in ihren jeweiligen Ländern boten“, beschreibt er und auch, warum die Leistungen beim Weltcupstart in Ruka (FIN) dennoch relativ zu sehen sind. „Klar: Es war der erste Ausflug aus den Bubbles und so gesehen eine wichtige Bestandsaufnahme. Allerdings fokussieren die meisten Nationen und Athleten im kaum planbaren Virus-Winter 2020/21 von vornherein auf das Saison-Highlight, auf die Nordische Ski-WM in Oberstdorf in drei Monaten. Und das macht für den Formaufbau einen Riesenunterschied.“

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Umso zufriedener ist Landl mit der ansprechenden Performance des Atomic-Lineups zum Auftakt. Bei den Nordischen Kombinieren präsentierte sich vor allem Manuel Faisst mit drei Top 5-Resultaten in den drei Ruka-Bewerben stark. Fabian Riessle wurde im letzten Bewerb Zweiter. Franz-Josef Rehrl lief zum Saisonstart als 4., 11. und 13. ins Ziel, Lukas Greiderer und Thomas Jöbstl reisen ebenfalls mit Top 12-Ergebnissen nachhause.

Einer der Atomic-Langläufer, der es mit dem Formaufbau hin zur Weltmeisterschaft langsam angehen möchte, ist der Russe Evgenij Belov. Und trotzdem lief er im 15 Kilometer-Classic-Rennen und auch in der Verfolgung jeweils als Achter über die Ziellinie: richtig stark! Das war Atomic-Olympiasieger Simen Hegstad Krueger in Ruka noch nie (Landl: „Ihm taugt die Strecke nicht.“), doch auch er ließ zumindest in der Verfolgung mit viertbester Zeit sein Können aufblitzen. Und auch die Norwegerin Lotta Udnes-Weng steuerte zur erfolgreichen Ruka-Bilanz des Atomic-Teams noch einen 4. Platz im Sprint bei.

Wie es jetzt weitergeht? Peter Landl: „Materialmäßig stehen wir super da, so viel haben wir gesehen – unser Glück war, dass wir im Frühjahr am Dachstein gut testen konnten. Die Weltcupsaison wird volatil bleiben. Erstens, weil man kaum planen kann und es maximale Flexibilität braucht; zweitens, weil sich das Startfeld nach und nach ausdünnen wird: Corona geht auf die Lunge, da gehen die Athletinnen und Athleten im Langlaufsport kein Risiko ein – alle wollen zur WM und alle wollen fit zur WM. Aktuell sind jetzt einmal der Weltcup in Davos in zwei Wochen und die Sprints in Dresden die Woche darauf bestätigt.“

#weareskiing