Österreichs Skilegende Stephan Eberharter im Interview

ALPINE JAN 20, 2021

Österreichs Skilegende Stephan Eberharter im Interview

ALPINE JAN 20, 2021

Alpine

JAN 20, 2021

Stephan Eberharter ist einer der erfolgreichsten Skisportler Österreichs. In einem exklusiven Interview mit Atomic gibt er spannende Einblicke wie sehr der Skisport sein Leben geprägt hat.

Olympia Gold, 3facher Weltmeister, 2facher Gesamtweltcup Sieger und rund 29 Weltcup Siege zeichnen deine Skikarriere aus. Damit zählst du zu den Erfolgreichsten in Österreich. Welche Bedeutung haben für einen Sportler Olympische Spiele?
Sie haben einen sehr hohen Stellenwert! Neben dem Gesamtweltcup ist der Gewinn einer Goldmedaille das höchste Ziel, dass man als Schisportler erreichen kann.

Im Rennlauf zählt jede Sekunde – wenn du an deine aktive Rennlaufkarriere zurückblickst, welche Rolle hat Material und individuelle Produktentwicklung (zB Skischuanpassung) gespielt?
Neben der persönlichen Einstellung zum Sport kommt dem Material die allerhöchste Bedeutung zu. Ohne Top Ausrüstung bist du auf verlorenem Posten! In den 90er Jahren hat Atomic meine Karriere gerettet, als ich nach vielen Jahren mit Problemen Ende 1995 ins Team kam. Die Qualität des Materials, die Leidenschaft für den Rennsport und die professionale Art und Weise wie man bei Atomic zu Werke geht, habe ich immer geschätzt. Auch heute noch.

Der Sturz 1993 in Gröden mit der schweren Verletzung hat auf einen Schlag alles verändert. Inwiefern prägen solchen Höhen und Tiefen die Karriere eines Spitzensportlers?
Negative Phasen prägen Menschen oft mehr als positive. Weil einem, trotz Unterstützung von außen, schnell klar wird, dass man im Endeffekt mit seinen Problemen allein dasteht. Mitleid hilft dir nicht weiter und letztendlich steht man vor der Entscheidung weiter zu machen oder aufzuhören. Letzteres war für mich nie ein Thema! Durch Einsatzbereitschaft und Vertrauen in mein Können gelang es mir, meine Probleme hinter mir zu lassen und wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Das gab mir vor allem einen gewaltigen, mentalen „Boost“!

Was war für dich während deiner Profikarriere hinsichtlich Skiauswahl das Wichtigste?
Ich habe das nie verkompliziert! Wenn mir ein Modell zusagte, blieb ich meistens dabei, ohne groß „herumzudoktern“. Das schuf Vertrauen. Mein Servicemann Thomas Bürgler bekam dann nur noch folgende Anweisung: „Du musst die Latten jetzt schnell machen“!

Wie schwer ist dir der Rücktritt von der professionellen Karriere gefallen und welche Rolle spielt Skifahren heute für dich?
Der Rücktritt fiel mir nie schwer. Ich wusste, wenn es Zeit ist aufzuhören und diesem Gefühl bin ich gefolgt. Noch heute bin ich sehr oft auf den Pisten anzutreffen, denn ich liebe diesen Sport nach wie vor.

Wenn du heute in den Skiweltcup blickst, möchtest du tauschen oder verfolgst du die Rennen lieber von Zuhause?
Ich möchte nicht mehr tauschen, schau es mir lieber vorm Fernseher oder auch mal live an. Der Skirennsport hat sich seit meiner Zeit enorm weiterentwickelt. Das Material ist dem Körper des Athleten mittlerweile weit voraus. Zahlreiche Verletzungen bestätigen das.

Wenn du heute Skifahren gehst, wie wählst du dein Material, was ist dir das Wichtigste? Ziehst du lieber lange Schwünge auf der Piste oder bist du auch abseits unterwegs?
In meinem Alter versuche ich so viel wie möglich Spaß, aber auch Sicherheit zu haben. Deshalb bewege ich mich zu 99% auf den präparierten Pisten. Ich liebe es lange Schwünge zu ziehen, ähnlich wie in den alten ZeitenJ. Dafür wähle ich entweder den Atomic Redster G9, G7 oder X7.

Was möchtest du allen Skisportliebhabern/-fans für diesen speziellen Winter mitgeben?
Aufgrund der COVID 19 Pandemie sind gewohnte Dinge oft nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Skifahren aber schon! Es ist ein toller Sport, der draußen in der Natur, oft inmitten einer spektakulären Kulisse stattfindet. Er ist gesund, macht Spaß und kann vielfältig erlebt werden. Genießt die Berge aber mit Vorsicht. Der alpine Bereich birgt auch Gefahren!