17.03.2013

HÖHENFLUG 2.0: DAS PHÄNOMEN VON MARCEL´S ERFOLGEN

Lenzerheide. Marcel Hirscher bleibt auch nach der Saison 2012 / 2013 der weltbeste Rennläufer und ein Phänomen für die Skiwelt. Im Winter nach dem großen Durchbruch hat er sich noch einmal selbst übertroffen: Erneut Gesamtweltcupsieger, aber mit noch mehr Punkten. Doppel-Weltmeister, Silbermedaillengewinner bei der Heim-WM in Schladming. 23 Rennen - 21 Podestplätze. Mit selbst entwickelter Icon Serie holte er erstmals Slalom-Kristallkugel mit Punkterekord. Das Phänomen von Marcel´s Erfolgen, sein gigantischer Aufwand für eine Dreiviertelstunde Rennfahren am Limit…

„Rechnen bringt nix, schnell fahren bringt was.“ Marcel Hirscher pflegt Ski-Statistiken im Winter eher knapp zu kommentieren. Nachdem die Saison vorbei und auch das letzte seiner 23 Saisonrennen mit einem Platz am Podest – dem 21. – beendet war, staunte er selber: „Hören sich arg an, die Fakten.“ Etwa: In jedem Slalom Top 3 hat nur Alberto Tomba in seiner Glanzzeit einmal geschafft. Oder: 1.535 Punkte im Gesamtweltcupsieg mit nur zwei Disziplinen. Auch hier hat Marcel seine Glanzleistung im Vorjahr getoppt: 180 Punkte mehr. Oder: Dass Marcel mit Doppel-Gold und Silber bei der WM sieben Siege, elf zweite und drei dritte Plätze erreichte, ohne nur ein einziges Mal auszufallen. „Aber das“, sagt er, „ist ein Effekt der Redster-Entwicklung: Wir haben das Einfädelproblem von früher mit einer Schuh-Innovation gelöst.“

MATERIALSCHLACHT FÜR EINE DREIVIERTELSTUNDE AM LIMIT
Mit WIR meint Marcel Hirscher: Die Racing-Experten bei Atomic, allen voran seinen Servicemann Edi Unterberger, seinen Tüftler-Vater Ferdinand und - sich selbst. Wobei er sagt: „Ich bin ja nur der, der runterfährt. Eine Serie wie heuer ist nur möglich, wenn alle mehr als 100 Prozent geben.“ Das tun alle im Team Hirscher: 100 Paar Ski samt Bindungssystemen, 30 Paar Redster-Boots, Helme und Brillen für alle denkbaren Bedingungen wurden für Marcel vom Atomic Racing Department rennfertig getunt – für 41 Minuten und 40 Sekunden am Limit, alle Rennen außer Cityevents und Teambewerb bei der WM zusammengezählt. Marcel: „Wow: Der gigantische Aufwand, tausende Stunden, für grad einmal eine Dreiviertelstunde Rennzeit, in der es um alles geht…“

Es hat sich ausgezahlt für Höhenflug 2.0 von Marcel Hirscher. Er hat Reiseflughöhe als Ski-Superstar erreicht. Marcel´s Super-Serie im Slalom mit elf Top 3-Resultaten in elf Rennen entspricht rennmäßig zurückgelegten 4.772 Höhenmetern. Und als erster Rennläufer der Ski-Geschichte fuhr er auf seinen selbst entwickelten Redster Icon Skiern zum Sieg im (Slalom-)Weltcup. „So viele Emotionen, so viele Bilder – das muss ich erst alles verarbeiten“, sagt Marcel. In ein paar Wochen, wenn der Hype um ihn nachlässt, wird Zeit dazu sein: „Ich flieg auf Urlaub, richtig weit weg vom Skifahren.“

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