20.02.2012

ATOMIC INSIDE: DAS STECKT IM DOUBLEDECK

Handarbeit mit Herz und Hirn. Im Atomic D2 Race steckt viel drin: 40 einzelbauteile aus edlen Materialien von Titan bis Holz, zusammengefügt in 20 prozessschritten. Das Kernstück ist die Handarbeit der Skibau-Experten. Ein Blick in das Innenleben des Doubledeck.

ATOMIC-Homebase Altenmarkt. 2.500 speziell für den Rennlauf gefertigte Skier werden hier pro Jahr hergestellt. Hans Schaidreiter, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung für Rennski Alpin, erklärt das Innenleben des ATOMIC D2 RACE: „Der Race Cap Ski besteht aus einem Ober- und Untergurt und einem Holzkern aus heimischen Hölzern. Also Pappel, Esche oder Buche. Die Glasfaser-Laminate und Titaneinlagen sind Baustoffe, die in Ober-, Untergurt und an der Seite des Skis eingebaut werden. Diese Bauteile haben alle eine extrem hohe Zugkraft, sprich, sie haben eine große Belastungsobergrenze. Wichtig dabei ist ein guter Rebound-Effekt aller Materialkomponenten, die noch durch die Cap-Bauweise unterstützt wird. Das heißt, sie müssen eine Top-Performance trotz dieser extrem hohen Belastungen durch Schlag- und Zugkräfte möglich machen.“ Zusammengefügt werden die einzelnen Elemente per Hand vom gelernten Skibau-Experten in einer Skipresse. „Die Bauteile werden in eine Form gelegt, mit Epoxidharzkleber bestrichen und 15 Minuten unter hohem Druck und Hitze verklebt“, sagt Schaidreiter.

Durch die Doubledeck-Konstruktion mit Oberski und Unterski wird die Sache doppelt gut. Schaidreiter: „Der Doubledeck-Effekt bedeutet, dass sich der D2 sofort an das individuelle Fahrverhalten und die jeweiligen Pisteneigenschaften anpasst. Der Unterski reagiert als frei gleitendes Element auf die äußeren Bedingungen. Das garantiert ruhigeres Geiten und kontrollierte, exakte Schwünge.“


DIAMANTENER SCHLIFF FÜR DEN BELAG

Die Zusammensetzung, Mikrostrukur und Schliffmuster des Belags sind von entscheidender Bedeutung für die Gleiteigenschaften des Skis. Die Schliffmuster werden mit computergesteuerter Spezialmaschine, die von Schleifexperten bedient werden, in den Belag geschliffen. Wenn der ATOMIC D2 RACE aus der Fertigung kommt, ist sein Weg an den Weltcupstart noch nicht zu Ende. „Der Ski muss sich bei den Testfahrten für den Renneinsatz qualifizieren“, erklärt Helmut Schartner, Leiter der Abteilung Prototypenbau Racing Alpine. Die schnellste Zeit, die besten Eigenschaften zählen. Der Ski wird nach jeder Testfahrt von den Serviceleuten an Kanten und Belag mit großer Präzision bearbeitet. Er wird sozusagen „scharf“ gemacht für den Renneinsatz. „Unsere Top-Rennläufer haben für eine Disziplin oft 20 Paar Rennskier und mehr pro Saison zur Verfügung. Jeder Ski zeichnet sich durch spezielle Eigenheiten aus. Die Schnee-Temperaturen und -Beschaffenheiten sind so unterschiedlich, wie die Kontinente, in denen Rennen gefahren werden. Athlet und Servicemann entscheiden dann meist gemeinsam, manchmal erst sehr kurzfristig vor dem Rennen, welchen Ski sie bei welchen Witterungsbedingungen nehmen.“ Wann weiß man, dass ein Ski genau der richtige war? Schartner: „Wenn im Ziel der Einser aufleuchtet, dann sind wir hier alle zufrieden, dann wissen wir, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat.“