31.12.2011

DAS COMEBACK VON MICHI WALCHHOFER

9 Monate. So lange hat es gedauert, bis Atomic-All-Star Michael Walchhofer (36) nach seinem Rücktritt wieder in den Weltcup zurückkehrte. In Bormio, dort, wo der 19-fache Weltcupsieger dreimal gewann. Nicht als Rennläufer, vielmehr als Berater und Mentor für Österreichs junge Abfahrer. Die Atomic-Young-Guns Joachim Puchner (24), Max Franz (22), Manuel Kramer (22) und Björn Sieber (22) sind begeistert.

Er kam, sah und siegte. In Bormio auf der Pista Stelvio, einem der härtesten Kurse der Welt, steht der dreimalige Abfahrtsweltcup-Sieger den jungen ATOMIC-Athleten zur Seite. Die Debütanten Franz, Kramer und Sieber profitieren auf der steilsten Strecke im Weltcup (3.230 m lang, 987 m Höhenunterschied, bis zu 140 km/h Spitzengeschwindigkeit) von der Erfahrung des Vorjahrssiegers. „Wenn es um Ängste und ganz persönliche Sachen geht, ist es leichter mit mir zu reden, als mit einem Trainer. Ich will den jungen Abfahrern die Angst nehmen, der Respekt vor der Strecke darf bleiben“, sagt Walchhofer, der hier 7 Mal aufs Podest raste. Was sagen die ATOMIC-Young-Guns? „Michi kann überall helfen. Welche Brille nehme ich bei diesen wechselnden Lichtverhältnissen, welche Linie ist die schnellste, wie teile ich mir drei Tage auf so einem Adrenalin-Kurs gut ein? Michi hat Antworten auf alles, weil er selber Rennläufer war und noch ganz nahe dran ist“, sagt Manuel Kramer stellvertretend für seine Kollegen.

IN DER GONDEL MIT MICHAEL WALCHHOFER

Einen guten Draht zueinander haben die Salzburger Michael Walchhofer und Joachim Puchner. Vor dem zweiten Training fahren sie gemeinsam mit der Gondel rauf auf die Stelvio. Und gemeinsam im Geist wieder herunter. „Dort am Fontana lunga pass auf …“ sagt der eine, „das Tor zur Anfahrt zum San Pietro-Sprung steht so…“ der andere. Nicht Trainer und Athlet, zwei Rennläufer reden hier miteinander. Walchhofer wird wieder kommen: „Kitzbühel, Chamonix, Sotschi, dort, wo verstärkt junge Fahrer eingesetzt werden. Seit 1998 bin ich geprüfter Trainer, aber das ist ein Job, den ich derzeit nicht anstrebe. Nur als VIP-Gast fahr ich auch nicht mit. Ich will meine Erfahrung mit den Jungs teilen ohne mich aufzudrängen.“ Was auch die Routiniers begrüßen – ATOMIC-Comebacker Mario Scheiber (28) zum Beispiel: „Super, dass Walchi dabei ist. Er hat das Ding hier dreimal gewonnen, weiß wo die Tücken liegen, kann dir diese besser erklären als jeder Trainer.“

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