04.09.2011

SAGE CATTABRIGA-ALOSA: ÜBERALL, WO ES GENUG POWDER GIBT!

Sage Cattabriga-Alosa ist einer der besten Freeskier auf diesem Planeten. Er verzückt seine Fans seit erstaunlichen neun Jahren mit herausragenden Filmsegmenten in den Videos von Teton Gravity Research. Dass er dabei den üblichen Weg, mit Erfolgen bei Freeride Contests oder Auftritten in kleineren Filmen sich einen Namen zu machen, einfach ausließ und direkt seinen Platz unter den Stars einer der größten Videoproduktionen fand, spricht Bände über sein außergewöhnliches Talent. Letzte Saison nahm er zur Abwechslung auch mal an einigen Wettkämpfen teil und belegte sofort die vorderen Plätze. Es scheint, als gäbe es nichts, was Sage nicht mit seinen geliebten ATOMIC Bent Chetlers auf einem steilen Hang zustande bringen könnte.

WAS IST DEIN LIEBLINGSGEBIET ALS SKIFAHRER?

Überall, wo es genug Powder gibt! 

GIBT ES EINEN ORT, WO DU BISHER NOCH NICHT WARST, WO DU GERNE MAL SKI FAHREN WÜRDEST?

Ich würde gerne mal auf dem Mars ein paar Schwünge ziehen… 

DIE MEISTEN BEKANNTEN FREERIDER SIND ZUERST IN WETTKÄMPFEN ANGETRETEN UND SIND DANN ZUM FILMEN GEKOMMEN, DU HAST DAGEGEN GLEICH MIT TETON GRAVITY RESEARCH, EINER DER WICHTIGSTEN VIDEOPRODUKTIONEN, DEN PERFEKTEN START GEFUNDEN. WIE IST DAS ZUSTANDE GEKOMMEN?

Das war ein typischer Fall von zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Damals, vor vielen Jahren, lernte ich Chris Collins in Oregon kennen und er schlug vor nach Utah zu gehen. Also zog ich dorthin und war dann viel mit Chris im Backcountry unterwegs. Chris, sein Bruder Matt und ein paar andere Jungs aus der Gegend filmten damals schon mit TGR, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich die TGR Crew auch kennen lernte. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. 

WIR HABEN DEINEN NAMEN LETZTE SAISON BEI EINIGEN EVENTS AUF DER ERGEBNISLISTE ENTDECKT. WIRST DU JETZT IN ZUKUNFT ÖFTERS BEI WETTKÄMPFEN ANTRETEN?

Letzten Winter bin ich bei drei Contests mitgefahren, die alle in gutem Powder stattgefunden haben. Der erste war der Red Bull Linecatcher in Frankreich. Das ist ein Backcountry Freestyle Contest, bei dem man in einem Big Mountain-Hang zwischen natürlichen und geshapten Absprüngen wählen kann. Ich bin dort Vierter geworden, was ein guter Start in die Wettkampfszene war. Danach bin ich bei den Freeskiing World Championships angetreten, wie der Event dieses Jahr offiziell hieß. Dieser Contest findet immer in Snowbird statt, was quasi mein Hausberg ist, und ist ein klassischer Big Mountain-Wettbewerb mit einer langen Tradition. Die Konkurrenz ist dort immer sehr hart, aber ich bin trotzdem als Zweiter gleich aufs Podium gekommen, was für mich als Neuling bei diesem Event einfach großartig war. Danach bin ich dann noch zum Red Bull Cold Rush in Colorado gefahren, bei dem sich auch alles um Powder dreht. Dort gibt es jeweils einen Tag für Big Mountain, für Backcountry Freestyle und für klassische Minigolf-Lines in einer Cliff Zone. Ich denke, wenn diese Contests in Zukunft wieder in meinen Terminplan passen so wie dieses Jahr, werde ich auch wieder daran teilnehmen. Sie sind sehr progressiv und dabei ein großer Spaß, nicht zuletzt weil sie eine gute Gelegenheit sind mal mit anderen Pros Ski zu fahren, mit denen ich sonst nicht so oft unterwegs bin. 

DEIN FOKUS LIEGT ABER NACH WIE VOR MEHR AUF FILMAUFNAHMEN ALS AUF WETTKÄMPFEN. WAS IST DER VORTEIL FÜR EINE KAMERA ZU FAHREN ANSTATT FÜR KAMPFRICHTER?

Beim Filmen liegt der Fokus immer auf Powder, also darauf möglichst gute Bedingungen zu finden. Das ist bei Wettkämpfen leider bei weitem nicht so. 

UND WAS SIND DIE NACHTEILE BEIM SKIFAHREN FÜR EINE FILMPRODUKTION?

Es ist ein unglaublicher Aufwand und erfordert mehr oder weniger eine komplette Saison, um ein vernünftiges Movie Segment zustande zu bringen. Für drei Minuten Film muss man Monate investieren, das ist viel schwieriger, als es nach außen hin oft scheint. 

ALS EINER DER PIONIERE DES BACKCOUNTRY FREESTYLE DÜRFTEST DU AN STÜRZE GEWOHNT SEIN. WIE BEREITEST DU DEINEN KÖRPER AUF DIESE EINSCHLÄGE VOR?

Ich stretche viel, mache Yoga, und Massagen sind auch immer hilfreich. Darüber hinaus versuche ich, mich richtig zu ernähren und insgesamt ein ausgewogenes Leben zu führen. Das ist alles manchmal gar nicht so leicht, aber es lohnt sich! 

HAST DU MANCHMAL AUCH ANGST, WENN DU OBEN AN EINER HEFTIGEN LINIE STEHST, ODER IST DAS FÜR DICH EINFACH NUR EIN ADRENALINRAUSCH?

Ich habe ganz sicher oft Angst, bevor ich in eine Line droppe – sich mit seiner Angst auseinander zu setzen ist eigentlich einer der wichtigsten Aspekte beim Big Mountain Freeriden. Die Angst erhält dich am Leben! 

WAS INSPIRIERT DICH NEBEN DEM SKIFAHREN?

Kunst und Musik sind eine große Inspiration für mich. Ich liebe es, Dinge auf eine neue Art und Weise zu sehen oder ganz neue Klänge zu hören. 

WELCHES IST DEIN LIEBLINGSSKI IN DER NÄCHSTJÄHRIGEN ATOMIC KOLLEKTION, UND WARUM?

Mein Favorit ist nach wie vor der Bent Chetler. Allerdings haben wir gerade an einem neuen Prototyp gearbeitet, den wir dann im nächsten Winter vorstellen werden, von dem ich auch sehr begeistert bin. 

WAS HÄLTST DU VON DER ROCKER-TECHNOLOGIE?

Ich fahre eigentlich keinen Ski mehr ohne Rocker! Egal in welchen Bedingungen ich auch unterwegs bin, ein Rocker macht immer mehr Spaß und macht es mir einfach leichter mich auf dem Berg so auszudrücken, wie ich es will. 

SIEHST DU IN DER SKIENTWICKLUNG IRGENDWELCHE GRENZEN? UND WIE BIST DU BEI ATOMIC IN DIE ENTWICKLUNG EINGEBUNDEN?

Wie alles andere auch werden sich Ski wohl immer weiter entwickeln. Es gibt immer wieder neue Materialien, neue Ideen und auch neue Ansprüche. Wohin es allerdings gehen wird, ist im Voraus schwer zu sagen. Ich bin bei ATOMIC ziemlich stark in die Skientwicklung eingebunden, und zusammen mit den anderen Athleten arbeiten wir hart daran neue Modelle für die Kollektion zu entwickeln, die besser sind als die bisherigen. Das ist allerdings gar nicht so leicht, denn verglichen mit den Skiern, auf denen ich meine Karriere begonnen habe, sind die heutigen Modelle einfach unglaublich gut. Aber man kann immer irgendetwas verbessern, ganz egal ob beim Skifahren oder im Skibau, und genau deshalb ist dieser Sport auch so faszinierend. Ich bin immer noch ein genauso begeisterter Skifahrer wie vor zehn Jahren, als meine Skikarriere begonnen hat!

 

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