16.12.2011

Elias Ambühl - Der Big Air King

Elias Ambühl war der dominierende Freeskier der City Contest-Saison diesen Herbst. Er gewann alle drei Events, die als Gold Level Wettbewerbe im AFP Kalender gelistet sind – den freestyle.ch in Zürich, den Budapest Fridge sowie den King of Style in Stockholm – und scheint im Big Air zurzeit fast unschlagbar. Wir sprachen mit der Schweizer Style-Maschine über die bevorstehende Wintersaison und das Geheimnis seines Erfolgs kurz vor dem ersten bedeutenden Slopestyle Event der Saison bei der Dew Tour in Breckenridge.

Hi Elias, Gratulation zu all deinen Erolgen diesen Herbst! Du hast dieses Jahr in Zürich beim freestyle.ch in deinem Heimatland gewonnen. War es für dich etwas Besonderes vor deinem Heimpublikum zu gewinnen?
Der Sieg beim freestyle.ch war wirklich etwas Besonderes für mich. Es ist derjenige große Contest, bei dem ich schon am längsten dabei bin, und natürlich versuche ich dort immer besonders gut zu sein. In den beiden Jahren zuvor stand ich schon zweimal auf dem Podium, was auch schon großartig war, aber vor meinem Heimpublikum ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, war einfach ein unglaubliches Erlebnis. Das bedeutet mir wirklich viel.

Du hast beim ersten großen Event der Saison in Zürich gewonnen und dann auch in Budapest und in Stockholm triumphiert. Hilft es, wenn man gleich beim ersten Event ganz oben steht?
Es ist schon ein großer Vorteil, wenn man beim ersten Event der Saison gewinnt. Zum einen stärkt es das Selbstvertrauen ungemein, zum anderen nimmt es viel Druck von einem. Beim Skifahren ist es nie hilfreich, wenn man zu sehr unter Druck steht. Für mich bedeutet das, dass ich jetzt aufpassen muss. Nach einem so erfolgreichen Herbst sind die Erwartungen für den Winter natürlich groß… Aber ich werde schon aufpassen, dass ich mir keinen Druck mache.

Dieses Jahr waren Doubles bei den In-City Big Airs wirklich Standard. Jetzt geht es im Winter auf die größeren Kicker, denkst du, dass dann vielleicht schon Triples der Standard sein werden? Und werden wir dann in Zukunft vielleicht auch bei den In-City Events Triples sehen?
Das hängt natürlich von den Kickern ab, die wir diese Saison sehen werden, aber ich denke schon, dass es einige Triples geben wird. Wenn die Kicker groß genug sind und die Bedingungen stimmen, gibt es genug Leute, die in einem Contest einen Triple springen können, wie man ja letzte Saison schon beim JOI gesehen hat. Aber ich glaube nicht, dass wir in naher Zukunft Triples bei den City Events sehen werden, denn dazu sind dort die Sprünge einfach zu klein.

Diesen Sommer wurde Slopestyle offiziell als Olympische Disziplin angenommen. Bisher hast du ja bei Big Airs immer die besseren Resultate eingefahren, wirst du also in Zukunft irgendetwas ändern? Und was erwartest du von Olympia allgemein?
Im Prinzip ist ein Slopestyle ja nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Big Airs, deshalb muss ich wohl nicht viel ändern. Die Olympischen Spiele werden sicherlich eine große Sache, doch im Moment sind sie noch ziemlich weit weg. Ich werde also erst mal so weiter machen wie bisher und dann werde ich schon sehen, was bis dahin noch alles passiert.

Was denkst du über die Qualifikation für Olympia? Erwartest du da irgendwelche Probleme?
Ich hoffe einfach, dass alles gut organisiert sein wird. Aber die Olympischen Spiele werden von ziemlich großen Verbänden organisiert, deshalb denke ich, dass schon alles okay gehen wird.

Was ist deine Strategie, wenn du bei einem Slopestyle oder einem Big Air am Start stehst? Wie entscheidest du zum Beispiel, welche Tricks zu zeigen willst?
Ich habe da meine ganz eigene Taktik, aber die ist mein Geheimnis. Vielleicht werde ich es irgendwann einmal verraten, aber bis dahin werdet ihr euch noch ein wenig gedulden müssen.

Neue Big Air Tricks kann man ja relativ leicht auf einem Trampolin oder auf der Wasserschanze üben, aber bei Rail Tricks sieht das schon anders aus. Wie trainierst du das Rail-Fahren so?
Bei Rails ist es einfach so, entweder man macht es oder man macht es nicht. Man muss einfach Rails fahren um dabei besser zu werden. Aber da es eh oft genug vorkommt, dass man keine vernünftigen Kicker fahren kann, weil zum Beispiel am Saisonanfang der Schnee fehlt oder weil die Landungen zu hart sind, gibt es mehr als genug Gelegenheiten das Rail-Fahren zu trainieren.

Und wie bereitest du dich generell auf die Saison vor?
Im Sommer versuche ich nicht zu viel ans Skifahren zu denken und überhaupt versuche ich immer möglichst gelassen zu bleiben, egal was ich tue. Natürlich sammelt man viele Trainingsstunden an, aber sobald man dann wieder auf dem Schnee steht, zahlt sich das aus.

Dann wünschen wir dir viel Spaß im Schnee! Danke für deine Zeit und einen erfolgreichen Winter!