13.02.2014

ATOMIC NORDIC-TEAM EVGENY BOGDANOV – MISSION SWISS LOPPET

„In der Schweiz bin ich zum ersten Mal auf einer, durch eine Pistenmaschine präparierte Langlaufloipe gelaufen“, das die spontane Antwort des aus Russland stammenden Evgeny Bogdanov auf die Frage, was aus seiner Sicht ein grosser Unterschied zum Langlaufsport in Russland sei.

Am vergangen Wochenende belegte Evgeny Bogdanov am 46. Einsiedler Skimarathon, hinter dem für die Olympischen Spiele nominierten Schweizer Athleten Remo Fischer, den ausgezeichneten zweiten Rang. Mit diesem Spitzenresultat baute Evgeny seine Führung im Swiss Loppet Ranking weiter aus und kommt seinem sportlichen Ziel, dem Gewinn der Gesamtwertung, immer näher. Dies wäre für ihn bereits der zweite Gesamtsieg in der Swiss Loppet Serie.

Evgeny Bogdanov stammt aus der russischen Stadt Arkhangelsk etwas mehr als 1000 Kilometer nördlich von Moskau. Er begann bereits mit vier Jahren mit dem Langlaufsport und träumte schon bald von einer Karriere als Spitzenlangläufer. Im Alter von 15 Jahren wählte er jedoch eine andere berufliche Laufbahn und entschied sich zugunsten einer schulischen Ausbildung. Mit dem Eintritt in die Universität Moskau packte ihn das Langlauffieber erneut und er trainierte so oft wie es das Studium zu dieser Zeit zuliess. Im Laufe der letzten Jahre konnte Evgeny zunehmend mehr Zeit dem Training widmen. Nach dem Master-Abschluss seines Informatik-Studiums in Moskau zog Evgeny in die Schweiz, um an der Eidg. Technischen Hochschule in Lausanne den Doktortitel in Computer-Science zu erlangen, was ihn nicht hinderte, auch im sportlichen Bereich noch einen Zacken zuzulegen.

Durch die guten Resultate an den Volksläufen ist Evgeny auch dem ehemaligen Spitzenlangläufer und dem Verantwortlichen des Atomic Nordic-Teams André Jungen aufgefallen. Eine logische Konsequenz war für André Jungen, diesen Burschen aus Russland in das Team aufzunehmen. Da es beim Atomic Nordic-Team nicht nur darum geht, Nachwuchsathleten zu unterstützen, sondern auch im Bereich des leistungsorientierten Breitensports Akzente zu setzen. Der Materialbereich ist im Langlaufsport eine entscheidende Komponente, nicht nur für Spitzenläufer, sondern auch für Volksläufer. „Mit Atomic, Swix, Toko und Suunto bin ich von Kopf bis Fuss bestens ausgerüstet und habe somit optimale Voraussetzungen, meine sportlichen Ziele erreichen zu können. Diese Unterstützung schätze ich sehr und ich bin gerne ein Teil dieses Teams. Zumal mir auch die vielen neuen Kontakte und Freundschaften eine wichtige Rolle spielen“, so Evgeny Bogdanov auf die Frage, was es ihm bedeute, beim Atomic Nordic-Team mit dabei zu sein.


Im Zusammenhang mit den Winterspielen in Evgenys Heimat fällt einmal mehr auf, wie populär der Langlaufsport in Russland ist. Da Evgeny nun den Langlaufsport aus verschiedenen Perspektiven kennt, lag es auf der Hand, mehr über die Unterschiede der Ausübung einer Sportart in zwei völlig unterschiedlichen Ländern zu erfahren. Der grösste Unterschied fand Evgeny im Bereich der Qualität. Sei es in der Art und Weise, wie hier bei uns die Loipen mit Pistenmaschinen präpariert werden oder auch in Sachen Trainingsmethoden. Aufgrund der Popularität des Langlaufs in Russland gibt es eine sehr grosse Auswahl an starken Athletinnen und Athleten. Um sich in einem solchen Feld durchsetzen zu können, werden schon früh sehr hohe Umfänge trainiert. Zudem sind die Wettkämpfe vergleichsweise härter als diejenigen in der Schweiz. Im Bezug auf den Winning-Spirit und die Wettkampfhärte mag sich dieser Umstand sicherlich positiv auswirken. Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass eine sehr grosse Anzahl Sportlerinnen und Sportler wortwörtlich verheizt werden und aufgrund eines Übertrainings ihr Leistungspotenzial nie ausschöpfen können. Evgeny meinte abschliessend zu diesem Thema, dass beide Länder voneinander lernen könnten. Die Schweizer vom Siegeshunger der Russen und die Russen von der Qualität wie auch der Effizienz der Schweizer.