24.01.2013

„Es geht nicht um das Ziel, sondern um den Weg dorthin“

Weltcupsieger und WM-Medaillengewinner Kilian Jornet ist der Ambassador der neuen Touring-Team-Challenge Atomic Waymaker. Worauf es dabei ankommt, und welches ehrgeizige Projekt er danach plant, verriet er im Interview.

Kilian, was reizt dich am Atomic Waymaker?

Dass er ein völlig neues Wettkampfformat ist – und zugleich zu den Wurzeln des Sports zurückkehrt. Denn beim Skitouren geht es nicht um das Ziel, sondern um den Weg dorthin.

Das Wichtigste beim Waymaker ist ...?

... die Streckenkenntnis. Nur wenn du dich im Gebiet gut zurechtfindest, kannst du sein Potenzial voll ausnützen. Das Dachstein-Areal ist für diesen Event ideal – du hast dieses riesige Plateau, du hast tolle Gipfel, anspruchsvolle Aufstiege und Abfahrten ...

Dein Tipp für Teams, die den Sieg anpeilen?

Spart bei jedem Gramm Ausrüstung, damit ihr beweglicher seid. Drückt aufs Tempo, damit ihr mehr Gipfel, mehr Abfahrten und mehr Anstiege unterbringt. Arbeitet gut als Team zusammen – und vergesst nicht, die schönen Augenblicke gemeinsam zu genießen.

Beherzigst du bei „Summits of my life“ die gleichen Regeln? Bei diesem Projekt willst du ja mit deinen Freunden in kürzestmöglicher Zeit einige der anspruchsvollsten Gipfel der Welt besteigen ...

Da gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten. Bei „Summits of my life“ und beim Atomic Waymaker geht es nicht so sehr um das Ziel als um die Erfahrungen, die man am Weg dorthin macht. Außerdem steht bei beiden Vorhaben auch das Teamerlebnis an erster Stelle.

Auf deiner Liste stehen Mont Blanc und Matterhorn, Elbrus und McKinley, Aconcagua und Everest. Wie willst du es anstellen, auf den meisten dieser Berge neue Rekordzeiten für Auf- und Abstieg aufzustellen?

Das ist ganz einfach: Weil wir so wenig Ausrüstung dabeihaben, wird uns kalt, sobald wir zu langsam unterwegs sind. So kommt das hohe Tempo von allein. (Grinst)

Und vom Gipfel fahrt ihr immer auf Skiern zurück ins Tal?

Wo immer es möglich ist. Vom Matterhorn logischerweise nicht, vom Mont Blanc schon, am Everest kommt es auf die Wetterbedingungen an.

Was können sich Waymaker-Teilnehmer von deinem Trainingsplan abschauen?

Bewegt euch viel am Berg. Bekommt ein Gefühl für den Berg, einen Blick für die richtige Linie. Konzentriert euch nicht nur auf eure Ausdauer, sondern trainiert so vielseitig wie möglich.

Du bringst zum Waymaker kein eigenes Team mit, sondern wählst selbst zwei Teamkollegen aus allen Einzelbewerbern aus. Auf welche Kriterien wirst du dabei achten?

Gut in Form sollten sie sein. Denn wenn ich langsam gehen muss, wird mir kalt. Und wenn mir kalt ist, macht es mir keinen Spaß. (Grinst wieder)