15.02.2013

MARCEL: SILBER BEI WM-HÄRTETEST

Schladming. Marcel Hirscher hat nach Gold im Teambewerb jetzt auch Silber im Riesentorlauf gewonnen. Sein zweiter Platz ist ein heroischer Sieg gegen widrige Umstände: ausgerechnet jetzt, in der heißesten Phase seiner Heim-WM, verlangt ein verschobener Halswirbel Aufmerksamkeit. Schlaflose Nacht, Manualtherapie in jeder freien Minute. „Mit solchen Schmerzen bleibst normal liegen“, meinte er nach dem Rennen, erleichtert, „die Erwartungen doch noch erfüllt zu haben.“

Seine persönlichen Erwartungen waren nach einer schmerzvollen, schlaflosen Nacht recht gedämpft gewesen: „Meinem Halswirbel ist ja egal, ob ich WM-Rennen hab oder nicht – der tut einfach höllisch weh, der ganze Schädel hat mir gebrummt, da bleibst normal liegen.“

Aber was ist schon normal!? Für Marcel war bei diesem WM-Riesentorlauf normal: „Voll draufhalten – so gut es geht.“ Es ging, den Umständen entsprechend, sensationell gut: „Man hat´s glaub ich in Lauf eins auch gesehen: Es hat mir, im Gegensatz zu sonst, heute die Dynamik gefehlt.“ Nach einer Stunde therapeutischer Behandlung in der Pause: „Habe ich die Schmerzen im zweiten Durchgang entweder weniger gespürt oder besser ausgeblendet. Ich hab gespürt: Ok, jetzt geht´s besser, dass ich unten in Führung bin, hätte ich trotzdem nicht geglaubt.“

SLALOMTHERAPIE FÜR MARCEL
Wie geht es Marcel jetzt, mit Medaille Nummer 2 bei der Heim-WM? „Ehrlich: Das war das schwerste Rennen für mich. Die mentale Herausforderung bei den WM-Rennen ist schon so nicht ohne, wenn´s dich dann noch körperlich zwickt. War ein Härtetest, aber: Silbermedaille und Laufbestzeit im zweiten Durchgang ist ein Traum, ich bin heute vor allem mit meiner kämpferischen Leistung sehr glücklich.“

Weiterer Therapieplan: „Wirbel stabilisieren, Spannung aus dem Körper kriegen und morgen Slalom-Therapie, das hilft sowieso am besten.“

Share