11.02.2013

MARCEL HIRSCHER: „DAS PUSHT MICH“

WM-Programm. Im Wohnzimmer Rennen schauen, im eigenen Bett schlafen, trainieren auf seinen Lieblingspisten seit Kindheitstagen: „Es wird immer von den besonderen Belastungen einer Heim-WM geredet, nicht von den unschätzbaren Vorteilen“, sagt Marcel Hirscher. Sein WM-Programm ist eine Mischung aus „Alltag daheim und drei Skirennen in einer einzigartigen Atmosphäre: Das pusht mich!“

Marcel Hirscher ist: gern daheim. Verständlich für einen, der er 200 Tage pro Jahr unterwegs ist. „Ich bin bei einem Großereignis und trotzdem zuhause. So ein Glück hat man, wenn überhaupt, einmal in der Karriere. Ein Vorteil, der alle oft zitierten Nachteile überwiegt“, sagt Marcel. Natürlich sei jetzt bei der Heim-WM „alles in einem höheren Drehzahlbereich, das mediale Aufkommen und damit natürlich die Erfolgserwartung höher.“ Aber: „Sind wir doch froh, dass im Skisport so viel Emotionen drin ist.“

DAS GEGENGEWICHT ZUM HYPE IST DER ALLTAG
Heim-WM oder nicht - das Wesentliche bleibt: Skifahren. „Mehr ist es auch in Schladming nicht - drei Skirennen, drei Chancen, alles andere blende ich aus. Und dabei hilft der ganz normale Alltag enorm. Während in Schladming die Luft brennt, mach ich hier ganz normal mein Ding: Ich trink den Espresso in der Früh aus meinem Häferl. Und schau beim Fenster raus. Dann setz ich mich ins Auto und fahr trainieren. Irgendwo in der Nähe. Dann dusche ich daheim und wir kochen was. Es ist, wie wenn grad November wäre. Da sind die PR-Termine in Schladming schon wieder eine Abwechslung“, beschreibt Marcel Hirscher seinen bisherigen WM-Alltag.

„WIR SIND FÜR ALLE BEDINGUNGEN VORBEREITET“
Der mit WM-Woche zwei an Beschaulichkeit abnimmt. „Teambewerb Dienstag, Riesentorlauf Freitag, Slalom Sonntag: Ich mag so einen Rennrhythmus. Die Abläufe sitzen, die Aufmerksamkeit ist immer beim nächsten Rennen, beim nächsten Lauf, beim nächsten Tor.“ Die räumliche Nähe der Atomic-Homebase zu den WM-Strecken sei logistisch ein gutes Backup – allerdings: „Wir haben uns so gut auf diese WM vorbereitet: Es gibt keine Bedingungen, die uns irgendwie überraschen könnten. Sogar wenn´s extrem warm werden sollte, wonach es nicht ausschaut, hätten wir ein Set an Redster-Boots, deren Schale Plus-Temperaturen durch eine spezielle Plastikmischung ausgleichen würde.“

Spürt Marcel wirklich nicht mehr Nervosität als sonst? „Nein! Wenn ich an die Rennen, an den Hang denke, dann denke ich unwillkürlich an Nightrace und Finale im Vorjahr. Und dann merk ich, dass ich nur noch eines will: endlich am Start stehen und Vollgas geben!“

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